Innere Konflikte lösen

Kerstin Benedek • 3. März 2026

Wie die Transaktionsanalyse hilft, mit sich selbst gut umzugehen

Jeder kennt sie: die inneren Stimmen, die uns mal motivieren, mal bremsen.


Besonders deutlich wird das, wenn wir uns zu etwas überwinden müssen; wie zum Sportln oder zum Eisbaden. Doch wie können wir diese Konflikte so führen, dass wir am Ende gestärkt daraus hervorgehen?


DieTransaktionsanalyse (TA) nach Eric Berne bietet klare Modelle, um innere Dialoge zu verstehen und konstruktiv zu nutzen.

1. Die drei Ich-Zustände: Wer spricht da eigentlich in mir?



Die TA unterscheidet drei Ich-Zustände, die in unseren inneren Gesprächen aktiv sind:

Ich Zustände Rolle Beispiel (Eisbaden)
Eltern-Ich Bewertend, kritisch oder fürsorglich „Du solltest dich überwinden – das ist gesund!“ / „Das ist doch viel zu kalt!“
Erwachsenen-Ich Rational, lösungsorientiert „Was sind die Fakten? Wie fühle ich mich danach?“ / „Ich probiere es 2 Minuten aus.“
Kind-Ich Emotional, spontan oder ängstlich „Ich will nicht frieren!“ / „Aber danach fühle ich mich so lebendig!

Mein Fallbeispiel - heute geh ich wieder Eisbaden, oder doch nicht?


  • Engelchen: „Eisbaden ist super für Immunsystem und Energie!“
  • Teufelchen: „Warum quälen? Bleib doch gemütlich zu Hause!“


2. Der innere Konflikt als „Transaktion“ verstehen

In der TA sind innere Konflikte Transaktionen  (also Kommunikation) zwischen den Ich-Zuständen.


Mein persönlicher Konflikt beim Eisbaden ist ein klassisches Dilemma, dass auch du sicher kennst:

  • Stimme A (Engelchen): „Du musst dich durchsetzen! Mach das jetzt“
  • Stimme B (Teufelchen): „Ich will Komfort, Wärme, Entspannung“


Lösung: Das Erwachsene-Ich übernimmt die Moderation:

  • „Was brauche ich wirklich?“ (Bedürfnisanalyse)
  • „Kann ich einen Kompromiss finden?“ (z. B. kürzere Zeit, wärmere Kleidung danach)
  • „Was sagt mein Körper –> nicht nur mein Kopf?“ (Achtsamkeit)


3. TA-Tool für hilfreiche innere Gespräche


Das Erwachsenen-Ich als innere Vermittlerin

Das Erwachsenen-Ich als innere Vermittlerin

Schreibe beide Stimmen auf und lass das Erwachsene-Ich vermitteln:

  • Engelchen: „Eisbaden gibt mir Kraft!“


  • Teufelchen: „Aber ich hasse Kälte!“


  • Erwachsene-Ich: „Ich gehe nur 2 Minuten ins Wasser und trinke danach heißen Tee. So bekomme ich beides: den Kick und die Gemütlichkeit.“

4. Selbstfürsorge: Der innere Dialog als Übungsfeld


Selbstfürsorge bedeutet nicht, eine Stimme zu unterdrücken,

sondern alle Ich-Zustände, und somit alle inneren Stimmen wertzuschätzen:


  • Eltern-Ich: „Ich sorge für meine Gesundheit.“
  • Kind-Ich: „Meine Gefühle sind wichtig.“
  • Erwachsene-Ich: „Ich finde eine Lösung, die zu mir passt.“


Mein Eisbaden-Kompromiss, der für mich funktioniert:

Ich packe meine Badesachen, gehe wieder zum See und probier's bis zu den Knien –> und erfahrungsgemäß geh ich dann eh wieder ganz ins Wasser, weils mir so gut tut.


Mein eigenes Eisbaden-Experiment hat mir gezeigt: Der innere Widerstand kommt und geht, und er geht eher, wenn ich ihn benenne und trotzdem handle. Probier’s gern mal aus.


Fazit: Vom inneren Kampf zur Kooperation


Innere Konflikte sind normal, ein abwägen von unterschiedlichen Bedürfnissen, Zeitrahmen und Entscheidungen. Für mich ist wichtig, welcher Stimme ich die Führung übergebe.


Die TA zeigt:

Wenn das Erwachsene-Ich vermittelt, werden aus „Engelchen vs. Teufelchen“ reale Teamplayer.



Frage an dich:

Welcher innere Konflikt beschäftigt dich gerade und wie könntest du dein Erwachsenen-Ich einbeziehen?


Quellen & Vertiefung, für alle die mehr über Transaktionsanalyse erfahren möchten:

  • Berne, E. (1961): Transaction Analysis in Psychotherapy (Strohmann-Modell).
  • Stewart, I. & Joines, V. (2012): DieTransaktionsanalyse. Eine Einführung (Ich-Zustände im Alltag).
  • Eric Berne (2016). Spiele der Erwachsenen.



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Alles Liebe

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